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Dashboards sind tot, es lebe die Business App: Was uns der Weg von Leitart über Qlik lehrt

  • 8. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Ein Rückblick auf die Podcast-Folge "Masters of Data, BI und AI" mit Sebastian Nadtke und Host Rocky Khan


Die meisten Unternehmen bauen Dashboards, schauen drauf – und machen dann weiter wie vorher. In der jüngsten Folge des Podcasts "Masters of Data, BI und AI" hat Host Rocky Khan genau diesen Zustand mit unserem Managing Partner Sebastian Nadtke diskutiert: Warum bleiben so viele Unternehmen in ihrer Analytics-Kultur stecken, ohne dass daraus echte Handlungen entstehen – und wie sind wir bei Leitart aus genau diesem Frust heraus zu einem Produkt gekommen, das heute weit über klassisches Reporting hinausgeht?

Hier fassen wir die wichtigsten Punkte des Gesprächs zusammen.


Der Ursprung: Ein Spin-off direkt aus der Fabrikhalle

Sebastian kam ursprünglich als Wirtschaftsingenieur ins Controlling eines mittelständischen Automobilzulieferers in Berlin. Nach der Finanzkrise stand dort die Automatisierung und bessere Nutzung von Daten ganz oben auf der Agenda – vorhanden waren im Wesentlichen nur ein ERP-System und viel Excel. Die Recherche führte ihn zu Qlik, das er im Vergleich zu allem, was er bis dahin an Excel-Automatisierung kannte, als bahnbrechend empfand.

Aus der internen Einführung im Controlling wurde über die Jahre mehr: Kunden und Lieferanten, die bei Werksbesuchen die selbst gebauten Dashboards an den Touchscreens im Unternehmen sahen, fragten irgendwann direkt nach, ob man ihnen zeigen könne, wie das funktioniert. Aus dieser Nachfrage heraus – ganz ohne ursprünglichen Plan, in Vertrieb oder Beratung zu gehen – entstand nach und nach das externe Geschäft, das schließlich zu Leitart wurde.


Warum Qlik? Kleine Teams, große Wirkung

Auf die Frage, was Qlik im Vergleich zu Tableau, Power BI oder anderen etablierten BI-Plattformen ausmacht, hat Sebastian einen klaren Punkt: Kaum eine andere Plattform schafft es, mit so wenig Personaleinsatz so umfangreiche Ergebnisse zu liefern. In seiner Erfahrung über viele Kundenprojekte hinweg sind Qlik-Teams im Schnitt kleiner – und gleichzeitig produktiver.

Ein konkretes Beispiel ist die Reload-Geschwindigkeit: Wer eine Datenplattform etwa zur Maschinenüberwachung in der Produktion einsetzen will, braucht nahezu Echtzeit-Fähigkeit. Genau hier zeigt sich für viele andere Plattformen schnell eine Grenze – Qlik zeichnet sich durch hohe Performance auch in solchen Anwendungsfällen aus.


Werden Dashboards überflüssig?

Ein zentrales Thema des Gesprächs: Wird generatives Prompting klassische Standardreports und Ad-hoc-Analysen ablösen? Sebastians Einschätzung ist differenziert. Wiederkehrende, routinemäßige Fragestellungen – Auftragsbestand, Umsatz, Rückstände – will niemand jedes Mal neu per Prompt abfragen; das wäre schlicht ineffizient und kostenintensiv, gerade im Enterprise-Maßstab mit tausenden Mitarbeitenden.

Seine These: Die Nutzung von Daten wird insgesamt vielfältiger, nicht die Datenmenge nimmt ab. Neben klassischen Dashboards für Routineaufgaben entstehen zusätzliche Kanäle – etwa APIs, über die KI-Agenten auf denselben Unternehmenskontext, dieselben Kennzahlen und Definitionen zugreifen, die heute schon in den Dashboards verwendet werden. Dashboards verlieren dadurch vielleicht an relativer Bedeutung, verschwinden aber nicht – sie werden Teil eines größeren, agentenfähigen Datenökosystems.


Von der Beratung zur Business-Application-Plattform

Der eigentliche strategische Wendepunkt für Leitart kam vor sechs bis sieben Jahren: die Erkenntnis, dass eine leistungsfähige BI-Plattform nicht nur Daten anzeigen, sondern auch Daten aufnehmen kann. Aus bestehenden Prozessen mit Datenlücken – etwa bei der Lieferantenkommunikation – entstand die Idee, direkt in der App Rückmeldungen, Termine oder Verantwortlichkeiten zu erfassen.

Aus dieser Fähigkeit zur Dateneingabe wuchs über die Jahre ein ganz neues Geschäftsfeld: Finanzplanung. Kunden fragten irgendwann gezielt an, ob mit der Plattform auch gerechnet werden kann – nicht nur Text und Dropdowns, sondern echte Berechnungen. Daraus entwickelten sich Module für FTE-Planung, Investitionsplanung, Vertriebsplanung und Liquiditätsplanung – häufig produktiv nutzbar nach wenigen Wochen Workshop-Phase, statt der monatelangen Projektlaufzeiten, die man von klassischer Planungssoftware kennt.

Damit positioniert sich Leitart heute weniger als "Qlik-Berater", sondern als Anbieter von Business-Applikationen, die konkrete unternehmenskritische Probleme lösen – unabhängig davon, welche Technologie im Hintergrund läuft.


Praxisbeispiel: Shopfloor Management

Ein weiteres Lieblingsthema aus dem Gespräch ist das Shopfloor Management: die Zusammenführung von ERP-Daten, Maschinen- und Anlagenzuständen sowie Lieferanteninformationen in einer harmonisierten Oberfläche. Werden Störungen erkannt, lässt sich direkt reagieren – ein Verantwortlicher wird informiert, ein Termin gesetzt, ein Lösungsvorschlag hinterlegt. Entscheidend ist dabei, dass die Reaktion dokumentiert wird, statt nur im Kopf einzelner Mitarbeitender zu bleiben. Genau das schafft die Grundlage, aus der später auch KI- und Machine-Learning-Anwendungen lernen können.


Wachstum: Nischenstrategie statt breitem Marketing

Leitart ist bewusst technologisch fokussiert auf Qlik und wächst seit jeher stark über Empfehlungen und Mundpropaganda – ergänzt um die eigene Modellfabrik in Berlin, in der Interessenten Datenanwendungen live in der Produktion erleben können, sowie mittlerweile auch internationale Messeauftritte als Qlik-Elite-Partner, etwa auf der Qlik Connect in Orlando.


Der Rat an mittelständische Unternehmen

Auf die Frage, was er einem Geschäftsführer eines mittelständischen Industriebetriebs vor dem ersten Gespräch mit einem BI-Anbieter raten würde, empfiehlt Sebastian zwei Dinge:

  1. Unternehmensweit denken, nicht abteilungsbezogen. Datenkompetenz sollte dezentral aufgebaut werden, statt an einem einzelnen "Gatekeeper" zu hängen – nur so bleiben Teams in einer sich schnell verändernden Welt handlungsfähig.

  2. Möglichst früh in der Supply Chain ansetzen. Je früher Probleme oder Verzögerungen erkannt werden, desto weniger Folgestörungen entstehen weiter hinten im Prozess – und desto besser lassen sich Kunden frühzeitig informieren, statt sie erst kurzfristig zu überraschen.


Fazit

Die Folge macht deutlich: Die eigentliche Stärke einer BI-Plattform zeigt sich nicht in schönen Dashboards, sondern darin, ob aus Erkenntnissen auch Handlungen werden. Für Leitart war genau dieser Frust – "Stuck in Analytics" – der Ausgangspunkt für die Entwicklung hin zu einer echten Business-Application-Plattform auf Basis von Qlik.


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