top of page

Daten, Produktion und Innovation: Wie EBK und Leitart den Mittelstand digitalisieren

  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Im Rahmen einer Veranstaltung der FED (Fachverband Elektronikdesign und -fertigung) am 26. März 2026 bei der EBK Krüger GmbH in Berlin entstand eine spannende Podcast-Folge des Backbone Podcasts. Moderatorin Jasmin Konnegen sprach mit Sebastian Grüber (EBK) und Sebastian Nädtke (Leitart) über die gemeinsame Digitalisierungsgeschichte, die Bedeutung von Daten in der Produktion und die Chancen, die sich für den industriellen Mittelstand daraus ergeben.

Die nun veröffentlichte Folge zeigt eindrucksvoll, wie aus einem produzierenden Unternehmen heraus innovative Softwarelösungen entstanden sind, die heute weit über die eigenen Werkstore hinaus eingesetzt werden.

Zwei Karrierewege, eine gemeinsame Vision

Die Geschichte von Sebastian Grüber und Sebastian Nädtke beginnt an einem Ort, der beide bis heute prägt: der EBK.

Beide starteten dort als Werkstudenten und beschäftigten sich früh mit der Frage, wie Wissen, Prozesse und Produktionsabläufe digital unterstützt werden können. Während Sebastian Grüber heute die Themen Vertrieb, Projektmanagement und Digitalisierung bei der EBK verantwortet, entwickelte Sebastian Nädtke aus den internen Digitalisierungsprojekten heraus die Grundlage für das heutige Unternehmen Leitart.

Was beide verbindet, ist die Überzeugung, dass Digitalisierung nicht bei der Technologie beginnt, sondern beim Verständnis von Prozessen und den Menschen, die täglich damit arbeiten.

Vom Krisenmoment zur Innovationsplattform

Ein prägendes Erlebnis war die Zeit nach der Finanzkrise. Obwohl die EBK die schwierige Phase erfolgreich überstanden hatte, brachte das plötzliche Wiederanziehen der Aufträge neue Herausforderungen mit sich.

Material musste eingekauft werden, bevor Umsätze realisiert werden konnten. Die Transparenz über Bestände, Aufträge und Liquidität reichte nicht aus, um die Auswirkungen schnell genug zu erkennen.

Aus dieser Erfahrung entstand ein klarer Auftrag: Mehr Transparenz schaffen, bessere Entscheidungen ermöglichen und Daten konsequent zur Steuerung des Unternehmens nutzen.

Die ersten Business-Intelligence-Lösungen wurden entwickelt – zunächst ausschließlich für den Eigenbedarf.

Mittelstand digitalisieren, aus der Praxis für die Praxis

Was die Entwicklung besonders macht: Die Lösungen entstanden nicht im Elfenbeinturm, sondern direkt aus dem Produktionsalltag.

Ein frühes Beispiel war eine digitale Lieferantenbewertung. Ein Prozess, der zuvor jedes Jahr mehrere Tage manueller Arbeit erforderte, wurde vollständig automatisiert.

Der eigentliche Mehrwert zeigte sich jedoch erst später. Als Lieferketten unter Druck gerieten oder unerwartete Ereignisse wie die Flutkatastrophe im Ahrtal Auswirkungen auf Zulieferer hatten, konnten Risiken innerhalb weniger Minuten identifiziert und bewertet werden.

Die Digitalisierung löste damit nicht nur ein einzelnes Problem, sondern schuf eine Grundlage für schnellere und fundiertere Entscheidungen.

Effizienzgewinne mit unmittelbarem Nutzen

Im Podcast berichten die beiden Sebastian von zahlreichen Projekten, die unmittelbar messbare Verbesserungen gebracht haben.

Besonders eindrucksvoll ist ein Beispiel aus der Auftragsbearbeitung: Ein Prozess, der zuvor nahezu einen gesamten Arbeitstag in Anspruch nahm, konnte durch ein digitales Werkzeug auf rund 20 Minuten reduziert werden.

Auch in der Produktion selbst wurden neue Möglichkeiten geschaffen. Mitarbeitende können Störungen, Qualitätsereignisse oder Anlagenprobleme direkt erfassen. Dadurch entstehen belastbare Daten, aus denen konkrete Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet werden können.

Statt auf Vermutungen zu reagieren, werden Entscheidungen datenbasiert getroffen.

Warum Zusammenarbeit Innovation beschleunigt

Ein zentrales Thema der Podcast-Folge ist Kooperation.

Die Digitalisierung bei EBK und Leitart entstand nie isoliert. Vielmehr führte der Austausch mit Kunden, Partnern und anderen Unternehmen immer wieder zu neuen Ideen und Innovationen.

Was als internes Projekt begann, entwickelte sich durch den offenen Dialog mit anderen Unternehmen kontinuierlich weiter. Neue Perspektiven, neue Anforderungen und neue Anwendungsfälle sorgten dafür, dass sich die Lösungen stetig verbessert haben.

Diese Offenheit prägt bis heute die Zusammenarbeit beider Unternehmen.

Künstliche Intelligenz als nächster Entwicklungsschritt

Natürlich durfte auch das Thema Künstliche Intelligenz nicht fehlen.

Sebastian Nädtke beschreibt KI dabei sehr pragmatisch: Nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug, das Menschen unterstützt und repetitive Aufgaben übernimmt.

Gerade in industriellen Umgebungen wird der größte Mehrwert dort entstehen, wo KI mit den unternehmenseigenen Daten, Prozessen und dem Fachwissen der Mitarbeitenden verbunden wird.

Die eigentliche Herausforderung besteht daher nicht darin, einzelne KI-Anwendungen auszuprobieren, sondern die eigenen Datenstrukturen und Prozesse so aufzubauen, dass diese Technologien sinnvoll genutzt werden können.


Die Podcast-Folge zeigt eindrucksvoll, wie Digitalisierung im Mittelstand gelingen kann: praxisnah, schrittweise und immer mit Blick auf den konkreten Nutzen.

Die gemeinsame Geschichte von EBK und Leitart macht deutlich, dass Innovation selten durch große Masterpläne entsteht. Viel häufiger beginnt sie mit einem konkreten Problem, dem Mut, neue Wege auszuprobieren, und der Bereitschaft, kontinuierlich zu lernen .

Vielen Dank an Jasmin Konnegen, die FED und alle Beteiligten für die spannende Diskussion und die Möglichkeit, diese Erfahrungen zu teilen.

🎧 Die vollständige Podcast-Folge „Daten, Produktion & Innovation – Wie EBK und Leitart den Mittelstand digitalisieren“ ist jetzt im Backbone Podcast verfügbar. https://backbone-podcast.de/episodes/bbackbone-012-daten-produktion-innovation-wie-ebk-und-leitart-den-mittelstand-digitalisieren

bottom of page